Fliegen trainieren in Goodyear, USA

Der Himmel über der Wüste

In Goodyear lernen die Pilotenschüler der Lufthansa Group (LHG) das Fliegen. Die Bedingungen sind mit 355 Sonnentagen ideal, das Lerntempo ist hoch und die Ausflugsziele unvergesslich.  

Der erste Solo

Die Aufregung im Kurs, sie stieg, als es auf das Flugtraining in Goodyear in der Wüste Arizonas zuging. Unzählige Take-offs und Landungen, der erste Solo, anschließend Nacht- und Cross Countryflüge und schließlich das Upset Prevention und Recovery Training, bei dem der Flugschüler lernt, in wirklich allen Lagen Herr in der Luft zu sein, all das wartet auf die angehenden Piloten in Goodyear.

 

30 Autominuten von der Metropole Phoenix im Bundesstaat Arizona gelegen, trainieren die Flugschüler bei der European Flight Academy und lernen unter Echtzeitbedingungen. Die Schule unterhält auch einen eigenen Flughafen in Mobile. Die Stunden in der Luft werden durch theoretischen Unterricht bereichert.

 

 

„Mit jedem Flug besser werden"

Die Begeisterung fürs Fliegen, sie kommt hier von selbst: Winde mit einem Winddreieck ausschieben, das Wetter und die Wolken lesen lernen und Waypoints bei der Flugplanung bestimmen. Später dann zur Unterstützung das iPad für die digitale Flugvorbereitung nutzen. Und die Frage: Wieviel Sprit kommt in den Tank meiner Cirrus SR20? Schließlich auf der Runway beschleunigen, abheben, funken und stets die Instrumente im Blick: „Man merkt deutlich, dass wir mit jedem Flug besser werden und Dinge, für die man am Anfang lange gebraucht hat und die einem viel abverlangt haben, mit jedem Mal selbstverständlicher werden“, sagt Sabine, 26, Flugschülerin aus München. 

 

Sonne? Fast das ganze Jahr über!

Bei den Trainingsflügen sehen die Schüler den Grand Canyon aus der Luft. Für Nachtflüge gibt es eine 8500 Fuß (2590 Meter) lange Runway mit professionellen Papi-Lights, durch die Nachtanflüge wie mit dem Airliner erlebt werden. Hinzu kommen tagsüber ideale Flugbedingungen mit 355 Sonnentagen.

Das Leben auf dem Flugschulcampus gleicht einem Mikrokosmos. Vor der Kulisse von beeindruckenden Wüstenfelsen und rotleuchtenden Wüstentälern in der Ferne wird professionell gearbeitet. Auf dem Campus unterstützt ein Team von rund 25 Persönlichkeiten die Pilotenschüler bei ihrem Ziel, Kapitän der LHG zu werden. Von der Köchin in der Cafeteria über den Techniker bis zum ruhigen, von der Wüstensonne gegerbten Flug-Instructor mit 8000 Flugstunden auf dem Buckel oder dem Managing-Pilot mit Überblick: Der Teamgeist, das Community Feeling, wie sie sagen, ist einmalig. 

 

Ein bisschen wie Top Gun

Es gibt die „Lounge 57“, eine Bar mit Billiard. Klingt wie Top Gun? Ein bisschen von dem Geist liegt ehrlich gesagt in der Luft. Allerdings ist hier in der Bar um Mitternacht Schluss, damit das Flugtraining nicht leidet. Es gibt zwei Pools, ein Basketballfeld, Tennisplätze und die Barbecue-Area. Doch jeder Kurs schwärmt aus: Los Angeles mit dem Strandleben am Venice Beach und Hippiegefühl, Las Vegas als Weltmetropole, San Diego, an der Pazifikküste gelegen, mit dem Militär-Flugzeugträger der USS Midway. Einige Kurse kaufen sich für die Trips einen Wagen, der in der Nachbarschaft im Vorgarten zum Kauf stand. 

 

Spätestens jetzt haben die Pilotenschüler den Geruch der weiten Welt inhaliert, den ihr Beruf mit jedem verbrannten Liter Sprit mit sich bringt: Die Welt sehen und atemberaubende Landschaften überfliegen. Nach Goodyear kehren sie nicht nur um viele Flugstunden reicher zurück nach Bremen, sondern um Erinnerungen, die locker ein ganzes Fotoalbum füllen könnten. „Wir sind jetzt einen Monat hier in Goodyear und erleben jeden Tag so viel Neues, es sieht ganz danach aus, als wäre das hier wirklich die beste Zeit, die man sich wünschen kann“, sagt Sabine. Den ersten Solo hat sie längst in der Tasche.

Video

FASZINATION FLIEGEN

Im Video erzählen unsere Schüler/-innen, wie sie zur European Flight Academy gekommen sind, was sie antreibt und wie es sich anfühlt, endlich selbst zu fliegen.